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I am Jörg, a graduate designer (FH) and photographic artist.

Ich bin Jörg, Diplom – Designer (Fh) und Fotokünstler.

Menschen aus dem Osten

Auszug aus einem Text von Maria Haase:

„So viele Graustufen es gibt, so viele Blicke auf das Leben im Osten gibt es wohl. Webers Menschen aus dem Osten schauen mit den Augen von heute auf die Zeit von damals. Diese Augen haben etwas mitzuteilen. Und auch die Körper. Die Haltung oft auffallend aufrecht, umgeben von einer unsichtbaren Aura aus Erlebtem. 

Genau diese Atmosphäre in den Bildern macht neugierig. Welche Geschichten haben die Menschen zu erzählen? Jörg Weber erzählt diese Geschichten im Bild, indem er jedem seiner Protagonisten mehrere Einstellungen widmet. Er zeigt Portraits und zusätzlich Objekte, Weber nennt sie Artefakte, die symbolisch für die jeweilige Lebensgeschichte der Menschen stehen.“ 

Hinterlasst hier gerne Kommentare zur Bildreihe, zur Ausstellung in Chemnitz, und Kritik, Hinweise, Anregungen:

2 Antworten zu „Menschen aus dem Osten”.

  1. Avatar von Patida AMARA

    Guten Morgen werter Herr Weber,

    ich habe ihre Ausstellung am 09.05.25 in Chemnitz in der Bücherei gesehen und war wirklich sehr beeindruckt.

    Ich wollte Ihnen unbedingt mitteilen, warum mir die Ausstellung in Erinnerung bleiben wird.

    ERWARTUNG und ÜBERRASCHUNG:

    Den Titel „Menschen aus dem Osten“ fand ich erstmal nicht so beeindruckend.

    Ich erwartete Meinungen und Bilder von Menschen zu sehen, die in ihrer Erinnerung vor allem den Osten hochleben lassen würden; früher alles besser war und für mich als alte West-Berlinerin mit Migrationsgrund würde nichts Neues bei rausspringen.

    Also eine sehr plakative Meinung, oder? Kann die Erwartung in etwas Unerwartetes gekehrt werden?

    AUSSTELLUNGSORT:

    Bei meiner Ankunft, überraschte mich zuerst die Atmosphäre in der Bibliothek. Sie war gut besucht und wurde nicht nur zum Lesen, sondern auch als Treffpunkt verschiedener Generationen genutzt.

    Angenehm lebhaft.

    AUSSTELLUNGSUMFANG:

    Dann bekam ich die Broschüre über „16 Interviews“ in die Hand.

    Bevor ich die Ausstellung ablief, las ich mich in „Null Komma Nichts“ in die Broschüre ein und war berührt von den Geschichten, die die der „Models“ waren.

    Diese waren zur Eröffnung auch alle gekommen. Alles Menschen die ein Leben in der DDR hatten.

    Die Bilder der 16 Interviewten waren jeweils als Trilogie in einer Nische der Bibliothek ausgestellt worden.

    Wollte ich Kontakt aufnehmen?

    Drei Fragen umreißen das Thema der Ausstellung:

    1. Welches Gefühl löst das Wort „ostdeutsch“ bei den Personen aus?

    2. Welche Bedeutung hat das ausgewählte Artefakt?

    3. Was möchten Sie noch mitteilen?

    INTERMEZZO:

    Das sind Fragen, die der Fotograf mitgebracht hatte.

    Er selbst ist in der DDR geboren worden.

    Die Personen sollten also auf den Fotos mit ihren Geschichten Gesicht bekommen und gesehen werden.

    Eine tolle Idee.

    Ich bin in West-Berlin geboren worden und konnte mit der 1. Frage keine Übereinstimmung in mir finden. Ich las die Antworten erst Mal nur quer und sprang dann mit steigender Spannung direkt auf die Antworten zu den Fragen 2. und 3..

    Mit manchen Schicksalen konnte ich mich gut identifizieren und stellte fest, dass mir die Herkunft der Person im Augenblick nicht wichtig war.

    Was ich im Anschluss erkannte, war dass das Wort „ostdeutsch“, ähnlich wie in Westdeutschland die „Deutschen mit Migrationshintergrund“, ein Gefühl von Abgrenzung und Bedeutung von Nicht-Genug-Sein, hervorriefen. Das könnte uns verbinden.

    Ich nahm den Faden zu Anne W., Kerstin H. und dem Fotografen Jörg Weber selbst auf.

    Es gab lange Gespräche.

    FAZIT:

    Wir erzählten uns unsere Geschichten und stellten im Ergebnis fest, dass es Parallelen zwischen unseren Biografien gibt.

    Das ich fremden Menschen aus dem Osten -über intensive Gespräche- meine Lebensgeschichte offenbaren würde, damit hatte ich vor dem Besuch überhaupt nicht gerechnet! Ich fühlte mich verstanden und es war sehr befreiend.

    Ich frage mich, was hat der Fotograf da gesellschaftlich angestoßen?

    Ja, die Menschen sollten mehr ins Gespräch kommen, einander zuhören und versuchen zu verstehen. Ein Gespräch kann der Beginn von Identitätsstiftung sein.

    Die Ausstellung richtet sich an alle, die den Unterschied auflösen wollen, also nicht nur an „Ostdeutsche“.

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    1. Avatar von weberjoergbc05797999

      Liebe Frau Amara,

      Dankesehr für Ihren differenzierten Kommentar und Ihre Sichtweise. Freut mich sehr, dass das Konzept der Schau funktioniert hat. Sie sind ins Gespräch gekommen über das Thema. Sie haben einander Biografien vorgestellt und sich über heute, hier und jetzt ausgetauscht. In der Nachbetrachtung der Ausstellung bin ich sehr froh darüber. Sie sollte verbinden und gut möglich, im besten Falle kann die Ausstellung Identität stiften.

      Das eine (hier kann ich es benennen, frei nach Dirk Oschmann) westdeutsch dominierte FREIE PRESSE nicht interessiert war, ist sehr schade und spricht Bände. Da habe ich mir tatsächlich ein ankurbeln gewünscht.

      Ich bin sehr daran interessiert, wie Rezipientinnen und Rezipienten die Ausstellung sehen und über diese Thematik denken.

      Nochmals herzlichen Dank.

      Jörg Weber

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