












3/10/2026: Dieser Tage sehe ich erste Bilder vom Set des Spielfilms HEIMSUCHUNG nach dem Roman von Jenny Erpenbeck. Und das verblüffte mich sehr, denn gedreht wurde unter anderem in Albert Einsteins Sommerhaus in Caputh, erst wenige Monate zuvor war ich selbst dort. Die Fotografien dieser Serie entstanden an einem warmen Sonntag Anfang Juli…
Wir erreichen Albert Einsteins Sommerhaus gegen elf. Es ist bereits warm. Unter den Bäumen liegt Schatten. Das Haus steht ruhig zwischen dem alten Baumbestand. Vieles an diesem Ort wirkt unspektakulär. Gerade deshalb wird spürbar, dass hier Geschichte nicht ausgestellt wird, sondern einfach vorhanden ist.
Wir gehen um das Haus herum, nicht aus Neugier, sondern aus Respekt. Die Analogkamera ist kein Werkzeug, sondern ein tastender Versuch, die Oberfläche dieses Ortes zu berühren.
Überraschend: Die Terrasse im Kellergeschoss. Ein stiller, schattiger Ort. Und kühl. Vielleicht mochte Einstein genau diesen Platz. Vielleicht war er einfach nur praktisch.
Der Schreibtisch im Inneren, schlicht und modern, wirkt wie ein Satzzeichen im Raum. Ein Ort, an dem Gedanken nicht beginnen, sondern sich ordnen.
Peter, der Hauskater, ein Nachkomme von Einsteins Katze, streift umher, als sei er der eigentliche Chronist. Er kennt die Wege, die wir nur erahnen.
Wir lassen das Haus hinter uns und gehen zum See hinunter. Nicht, um Einstein nachzuahmen, sondern um die Landschaft zu lesen, wie sie heute ist. Das Wasser liegt still, als hätte es die Zeit nicht bemerkt. Die Uferlinie ist weich, der Sommer weit. Geschichte scheint nicht vergangen, sondern nur ein wenig weiter hinten zu stehen.
Vielleicht ist das die eigentliche Qualität dieses Sommerhauses: Kein Denkmal, sondern ein Durchgang. Ein Ort, der sich nicht in Bedeutung hüllt, sondern in Gegenwart. Meine Fotografien versuchen, diese Gegenwart zu fassen, nicht als Dokument, sondern als Spur. Ein Haus, ein Schatten, ein Weg zum See. Mehr braucht es nicht.